Grafeneck – Rainer Gross

 

Grafeneck | Rainer Gross | Goldmann | erschienen am: 11.01.2010 | Taschenbuch | 224 Seiten | 9.00€ (D)

 

Klappentext…

Es gibt Verbrechen, die nie verjähren. Auch nicht am Ende der Welt, in einem Dorf auf der Schwäbischen Alb. Hermann Mauser, verschrobener Kauz, Eigenbrötler und Hobbyhöhlenforscher entdeckt auf einem seiner Ausflüge eine Leiche in den Eingeweiden eines Berges. Mit ihr kommt auch die Vergangenheit wieder ans Tageslicht, über die viele lieber geschwiegen hätten – und eine Schuld, die niemand vergeben kann …

Autor…

Rainer Gross wurde 1962 in Reutlingen, Baden-Württemberg, geboren. Er studierte Philosophie und Literaturwissenschaft in Tübingen, danach folgte ein Studium an einem theologischen Seminar. Er ist verheiratet und lebt seit 2002 als freier Schriftsteller in Ahrensburg. Für sein Debüt „Grafeneck“ wurde er mit dem „Friedrich-Glauser-Preis“ ausgezeichnet.

Meine Meinung…

Auf der Suche nach der Geschichte der Leiche muss Mauser tiefer Graben und stößt so auch auf die deutsche Vergangenheit. Es wird im Buch sehr gut beschrieben wie es damals war als die Nazis an der Macht waren. Ich fand es sehr interessant und informativ über die damalige Zeit zu erfahren. Es wurde sehr gut beschrieben wie die Juden und Behinderten in den Bussen abgeholt wurden und die Mitbürger dachten, dass sie nur in ein Heim gebracht wurden. Später als die Mitbürger dann ahnten was in Grafeneck wirklich passierte wurde auch sehr gut die Angst beschrieben als die behinderten Kinder, Freunde oder Eltern abgeholt wurden. Trotz dessen das in dem Buch über die für manche langweilige oder sehr schwer verstehende Vergangenheit berichtet wurde, war das sehr gut in einem spannenden Roman verpackt. Mauser war durch irgendetwas mit der Leiche verbunden das merkt man schon am Anfang, vielleicht weil er sie fand, vielleicht auch aus einem andere Grund…? Die Höhle in der Herrmann die Leiche fand wurde auch sehr gut beschrieben und ich konnte mir jeden Gang und Winkel sehr gut vorstellen. In dem Dorf war es wie man sich so ein typisches kleines Dorf eben vorstellt, jeder kennt jeden, jeder weiß etwas sagt aber nichts.

Grafeneck ist kein fiktiver Ort, den gibt es wirklich. 1940 wurden dort 10.654 behinderte Männer, Frauen und Kinder in Gaskammern umgebracht. Heute ist dort eine Gedenkstätte und ein Wohnheim für Behinderte. Ein Buch mit Namen und der Alphabet-Garten gedenken an die Opfer. In einem Dokumentationszentrum kann man an einigen Tafeln von Grafeneck und der dort durchgeführten Euthanasie lesen.

Fazit…

Ich fand die Thematik des Buches sehr interessant hätte mir aber an manchen Teilen etwas mehr Spannung gewünscht. Ich gebe dem Buch 4 Rosen.

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